Männerspielzeug 2

In meinem Beitrag über gebrauchte Lokomotiven habe ich neulich angekündigt, auch einen Einblick in die Welt des Schiffs- und Flugzeughandels zu geben. Dieser Teil meiner Männerspielzeug-Trilogie befasst sich mit der Anschaffung gebrauchter Öltanker.

Es ist nicht schlecht, schon ungefähr zu wissen, wie lange und wo man mit seinem Tanker rumfahren möchte. Sonst passt man im Gespräch mit dem Broker mal einen Moment nicht auf und hat am Ende einen Ein-Wand-Tanker an der Backe, der spätestens 2015 stillgelegt werden muss. Danach dürfen nur noch Zwei-Hüllen-Tanker eingesetzt werden. Doppelwandige Modelle haben zwei Vorteile: Das gute Öl läuft erstens nicht gleich aus, wenn man mal in eine Kollision verwickelt ist, zweitens sind die Tanks besser wärmegedämmt und damit energiesparend.

Im übrigen darf man sich nicht immer von der Größe des angebotenen Schiffs beeindrucken lassen. Ein Tanker, der die Schleuse des Panamakanals ohne juristische oder physikalische Probleme benutzen möchte, darf – bei einem maximalen Tiefgang von 12,04 Meter – höchstens 289,6 Meter lang und 32,31 Meter breit sein. Obacht also, wenn im Verkaufsraum ein Post Panamax oder Super Post Panamax-Schiff rumsteht: Damit muss man eventuell Umwege einplanen.

Wesentlicher preisbestimmender Faktor ist im Schiffshandel – neben Parametern wie Alter, Zustand und Rumpffarbe – die mögliche Zuladung, die in Tonnen angegeben wird. Eine Vielzahl der jüngeren, gebraucht angebotenen Tanker hat eine Ladekapazität von 2.000 bis 8.000 Tonnen und schlägt mit zwei bis fünf Millionen US-Dollar zu Buche. Zwei bis vier Jahre alte Tanker mit einer möglichen Zuladung von 300.000 Tonnen sind nicht ganz so billig zu haben, dafür sind gerne mal 70 bis 120 Millionen Dollar fällig. Wer in die Welt der Tanker erstmal unverbindlich reinschnuppern möchte, sollte vielleicht erst ein Einstiegsangebot wählen: Mit etwas Glück findet sich ein zehn Jahre alter Kleintanker mit gut 200 Tonen zugelassener Zuladung schon für etwas über 100.000 Dollar.

Eigentlich sind Containerschiffe viel interessanter: Sie geben beispielsweise Anlass, über die unterschiedlichen Beladungsstrategien nachzudenken – in einen Öltanker wird ja einfach eine überdimensionale Zapfpistole reingesteckt und abgewartet, bis er voll ist. Wenn sich in der Leserschaft der Wunsch regt, auch über Containerschiffe aufgeklärt zu werden, dann mache ich aus dieser Serie vielleicht eine vierteilige Trilogie. In der nächsten Folge erwartet Euch aber erst der noch ausstehende Ratgeber zum Erwerb von Passagierflugzeugen.

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