Eines Tages traf ich auf B., einen Putativhelden erster Güte. B. glaubt, unwiderstehlich und frei von Fehlern zu sein. Überdies meint er, alles zu können. Er hat außerdem die Güte, seine Mitmenschen an dieser Pracht teilhaben zu lassen. Das Putativheldentum des B. sorgte in seinem Bekanntenkreis schon für Erstaunen und Aufsehen.
B. war es, der nachmittags mit den Worten “Natürlich weiß ich, wo die Sonnencreme ist” in der Wohnung verschwand. Keine Spur der Erschütterung, als er kurz darauf mit clownsweißem Gesicht wieder ans Tageslicht trat. Noch am Abend war er zuversichtlich, dass die Sonnencreme in die Haut einziehen werde, das brauche manchmal eben etwas länger. Letztlich hat er die Windelcreme seiner Tochter vor dem Schlafengehen abreiben müssen.
Das Hütchenspiel glaubte B. irrigerweise auch durchschaut zu haben. Genauso musste er während eines Urlaubs am Mittelmeer einen Krankenhausaufenthalt hinnehmen, weil der Hotelpool, in den er nachts einen Kopfsprung zu unternehmen versuchte, sich als Planschbecken entpuppte.