Männerspielzeug 3

Airbus A321 (Modell)

Männer mögen imposantes Spielzeug. Rangierlokomotiven, Kirmeskarussells oder Öltanker sind große Renner, Passagierflugzeuge aber auch nicht zu verachten. Jetzt, kurz vor Weihnachten, ist es darum an der Zeit, die Männerspielzeug-Trilogie abzuschließen.

Passagierflugzeug-Kaufberatung, Kurzfassung: Auf der Suche nach einer einfachen Regel, worauf man beim Flugzeugkauf achten muss, habe ich kürzlich einen Hobbypiloten gefragt. Er wusste drei Dinge. Erstens sollte die Maschine betriebssicher sein, zweitens muss der Preis stimmen und drittens gehört ein Fallschirm für den Piloten zur Grundausstattung – sollen die Passagiere doch zusehen, wo sie mit ihren unnützen Sauerstoffmasken und Schwimmwesten bleiben, wenn die Kiste während des Fluges anfängt zu brennen.

Lange Version: So eine Flugzeuganschaffung sollte man keinesfalls überstürzen, schließlich wollen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Vor allem muss man so eine Maschine überhaupt steuern dürfen. Ab knapp sechs Tonnen Abfluggewicht braucht man dafür das fliegerische Gegenstück zum Busführerschein, die Verkehrspilotenlizenz. Dazu kommt noch die sogenannte Musterberechtigung für den gewünschten Flugzeugtyp. Die Pilotenausbildung schlägt bei einer Berliner Flugschule mit rund 50.000 Euro zu Buche, für die Musterberechtigung muss man noch den Gegenwert eines Kleinwagens drauflegen.

Mit der Lizenz in der Tasche kann man sich dann auf die Suche nach einem Flugzeug machen, das zum eigenen Typ passt. Und zum Geldbeutel. Für eine handelsübliche Boeing 737 sind beispielsweise 45,5 bis 77 Millionen US-Dollar fällig. Ein neuer, originalverpackter 747-Jumbojet kostet zwischen 205 und 236 Millionen US-Dollar. Wenn man so richtig zeigen will, was man hat, empfiehlt sich die brandneue A380 mit bis zu 555 Sitzplätzen zum Stückpreis von etwa 286 Millionen US-Dollar. Die europäischen Flugzeugbauer von Airbus haben auch kleinere Maschinen im Angebot, etwa die A320 für bis zu 150 Passagiere.

Ein europäisches Flugzeug hat den Vorteil, dass man es nicht aus Amerika schicken lassen muss, man kann es einfach in Hamburg oder Toulouse abholen. Weil die Airbus-Cockpits standardisiert sind, ist es außerdem leichter, von einem Modell auf ein anderes umzuschulen, der Erwerb der Musterberechtigungen ist bei Boeing nicht so einfach.

Man braucht außerdem eine Menge Platz, um seine Maschine zu Hause abzustellen. Schon die handliche A320 ist immerhin 38 Meter lang, 34 Meter breit und 12 Meter hoch. Die heißbegehrte A380 misst stolze 73 x 80 x 24 Meter. Entgegen eines verbreiteten Irrtums muss man seine Maschine übrigens nicht in einem Hangar parken – die meisten Flugzeuge sind wasserfest und können auch bei Regenwetter draußen stehen. Wäre ja auch zu schade, wenn man den Nachbarn die Sicht auf das Prunkstück nähme.

Nachdem die Männerwelt damit vorläufig bedient ist, kann ich mich nun den Damen zuwenden. Demnächst bringe ich Euch bei, wie man effizient einkauft. Erstes Thema: Kaufen des Pullovers aus der Eingangsdekoration, ohne auf der hoffnungslosen Suche nach Alternativen stundenlang im Zickzack-Kurs durch das Geschäft zu irren.

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