Man lernt nicht aus. Gestern durfte ich erfahren, dass Franjo, so heißt beispielsweise der Ehemann einer bekannten deutschen Medienerscheinung, nicht einfach ein Name ist. Franjo ist – in diesem Fall – vielmehr eine bescheuerte Abkürzung für Franz-Josef. Das Schicksal des Namensträgers ist also ein selbstgewähltes, Mitleid wäre völlig verfehlt.
Manchmal ist es klug, mit der eigenen Meinung über fremde Namen zurückhaltend umzugehen. Hätte mein Freund M. das schon jungen Jahren gewusst, dann hätte aus ihm und der schönen Kläre vielleicht ein Liebespaar werden können. Das Kennenlernen der beiden wäre sicher anders verlaufen als:
Kläre: Hallo, wackerer Recke!
M.: Hallo, unbekannte Schönheit!
Kläre: Ich heiße Kläre und Du?
M.:Mein Name ist M., es freut mich, Dich kennenzulernen, Claire.
Kläre: Nein nein, mein Name ist Kläre, mit K am Anfang, Ä in der Mitte und E am Ende.
M.: Kläre? Das ist ja ein blöder Name!
Zuviel Nachdenken über einen Namen muss auch nicht unbedingt zu einem guten Ergebnis führen. Über den Namen des Maskottchens der Fußballweltmeisterschaft wurde offenbar intensiv nachgedacht. Der debile Löwe heißt bekanntlich Goleo. Darin steckt eine Menge Denkarbeit: So enthält der Name neben dem Ausruf Go, Leo! bei phonetischer Betrachtung auch das zum Fußball passende Wort Goal. Den in Fankreisen populären Ausruf Ole gibt’s noch dazu. Toll, oder?
Von mir aus hätten die Veranstalter sich die Mühe sparen können und das Vieh Franz-Josef taufen können – wenn es dafür nicht so scheiße aussähe.