Aus Liebe zur Gesundheit

Als ich Mitglied der Grünen war, hätte ich nicht laut sagen dürfen, was ich jetzt zu gestehen beabsichtige. Bin ich aber nicht mehr, deshalb kann ich ehrlich sein: Ein Offroad-Wochenende mit einem VW Touareg ließe ich mir gefallen. Es könnte mir Freude bereiten, hemmungslos über Stock und über Stein zu brettern, vielleicht sogar die eine oder andere Pusteblume plattzufahren, dabei mächtig cool auszusehen sowie zu allem Überfluss und bei vollem Bewusstsein der schwindenden Ölvorräte 50 Liter Superbenzin pro Stunde zu verbrauchen. Die Aussicht auf ein Offroad-Wochenende mit so einem Gefährt wäre jedenfalls ein Anreiz, mich an einer Kundenbefragung zu beteiligen.

Obwohl viele SUVs nur von Boutique zu Boutique gefahren werden, passen Geländefahrzeug und Wildnis gar nicht mal so schlecht zusammen. Eine Verbindung hingegen, die sich mir nicht auf Anhieb erschließt, ist die zwischen dem Volkswagen-Topmodell Phaeton und dem körperlich-seelischen Wohlbefinden seines Fahrers. Bei der Kundenbefragung des von meinem Haushalt alimentierten VW-Fachbetriebs gibt es nämlich nicht das ersehnte Touareg-Vergnügen, sondern ein Wellnesswochenende mit einem Phaeton zu gewinnen.

Die Leute kennen ihre Autos sicher besser als ich. Vielleicht ist also doch was dran am Entspannungseffekt: Laut Prospekt gibt es in der Luxuskarosse immerhin vier Klimazonen und 18-fach verstellbare Sitze, mit Massagefunktion. Wenn so eine Autofahrt also der Erholung dient, will ich mich aber nicht mit einem Wochenende zufrieden geben, schließlich muss man in Gesundheitsangelenheiten nachhaltig denken: Die Kundenbefragung kann mir egal sein – angesichts meiner ständigen Atem- und Rückenbeschwerden lasse ich mir besser gleich einen Phaeton vom Arzt verschreiben.

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