Gründe, früh aufzustehen

Es gibt gute Gründe, früh aufzustehen. Immer wieder sind Leute zu beobachten, die morgens um halb sieben freiwillig den Bürgersteig vor ihrem Haus fegen und anschließend den Wagen waschen. Das sind schon mal zwei handfeste Gründe, früh aufzustehen – jedenfalls für Leute, die außer einem Besen und einem Auto auch Schlafstörungen haben. Allen anderen seien die folgenden fünf Motive genannt. Zwangslagen wie der Beginn von Arbeit, Vorlesung oder Unterricht bleiben außen vor.

5a. Gassi gehen

Der Hund ist des Menschen bester Freund. Außerdem weiß er Spaziergänge mit Herrchen oder Frauchen sehr zu schätzen. Was gibt es schöneres, als bei Einsetzen der Morgendämmerung den Hund an die frische Luft zu lassen?

5b. Kinderprogramm

Der Autor dieser Zeilen ist kinderlos. Ihm kam aber zu Ohren, dass Kinder ähnlich begeistert davon sind, Mama und Papa schon frühmorgens für sich einzunehmen. Vor allem an Sonn- und Feiertagen.

4. Erwachen

Nicht nur das Erwachen der Stadt am Vormittag hat seinen Reiz, wenn Banken und Geschäfte öffnen und die Gastronomie langsam warmläuft. Auch das Erwachen der Natur am frühen Morgen ist ein Schauspiel, an das man sich gewöhnen kann: Der Morgennebel lichtet sich, die Sonne lässt sich blicken, die Luft fühlt sich noch frisch und unverbraucht an. Und man hat das alles für sich, weil der Rest der Bevölkerung noch in den Federn liegt.

3. Vogelzwitschern

Der frühe Vogel fängt nicht nur den Wurm. Nein, er zwitschert auch so schön, dass man ihm dabei gerne zuhört.

2. Zeitung

Nachdem man sich morgens im Radio einen Überblick über die Nachrichtenlage verschafft hat, ist es ein großer Luxus, sich eine halbe Stunde oder länger mit der Tageszeitung zurückziehen zu können. Wo sonst gibt es ausführliche Informationen zum politischen Geschehen, Standpunkte zu brennenden Flaggen Themen, relevantes aus der Medienwelt sowie im Idealfall lesbares Edelfederngeschreibsel und eine knackige dritte Seite?

1. Dem Karneval entfliehen

Die Rheinländer sind eine bemitleidenswerte Volksgruppe. Während der gängigen vier Jahreszeiten leiden die Menschen zwischen Köln und Mainz offenbar unter gähnender Langeweile. Anders ist es nicht zu erklären, dass sie eine fünfte Jahreszeit erfunden haben, den Karneval. Das Brauchtum verlangt, dass sie nun fröhlich und ausgelassen sind. Wie das aussieht, kann man rund um den Rosenmontag im Fernsehen betrachten: Junge, alte und scheintote Leute scheitern beim Versuch, sich originell zu verkleiden und bemühen sich nach Kräften, der Lustigkeitsanordnung Folge zu leisten. „Da simmer dabei, das ist prima“, reden sie sich ein. Der Unterhaltungswert der Karnevals- und Fastnachts-Sitzungen, in denen die Rheinländer sich das vorführen lassen, was sie für Humor halten, rangiert irgendwo zwischen „Sieben Tage, sieben Köpfe“ und Sabine Christiansen. Der tolerante Mensch lässt sie natürlich gewähren. Wer aber in einer Hochburg zuhause ist, dem ist es nicht zu verdenken, wenn er am Tag des Karnevalsumzugs morgens um vier seine Koffer packt und flieht. Weit weg, vielleicht nach Rio.

Ein Beitrag bei Top 5, Anmerkungen bitte dort hinterlassen.

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