Burger, mein König und verehrte Majestät,
gestattet, dass ich als treuer Untertan diese Worte an Euch richte. Den Anlass gibt mir Eure jüngste Maßnahme zur Volksbelustigung. In Eurem Reich habt Ihr an den Bedürfniseinrichtungen originelle Schilder anbringen lassen. Vor den Herrentoiletten heißt es:
Herren – Sie können natürlich auch aufs Damenklo gehen, aber die Damen mögen das vielleicht nicht.
Euer Einfallsreichtum kennt keine Grenzen, bei den Damen steht gar
Damen – Ihr könnt natürlich auch aufs Herrenklo gehen, die Männer mögen das bestimmt.
an die Tür geschrieben. Das ist ohne Zweifel eine großartige Idee, für die Eure Werbeagentur Euer Hofnarr sicher reich belohnt wurde.
Erlaubt mir aber auch eine klitzekleine Kritik: Was ist denn mit der Gleichstellung in Eurem Reich, König Burger? Ihr habt die Behinderten unter Euren Untertanen vergessen – an deren WC-Türen verkündet ein schlichtes Schild: “Behinderte – Schlüssel an der Kasse”
Wagt doch einmal den Blick über die Grenze und schaut nach Deutschland, wo schon in der Verfassung ziemlich weit vorne geschrieben steht, niemand dürfe wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Das ist total in Mode, die Behinderten auch einzubeziehen, es heißt, sie verstünden sogar Spaß.
Wie wäre es also mit diesem Aufkleber:
Behinderte – Ihr könnt auch die normalen Klos benutzen. Ob Ihr mit Euren Rollstühlen durch die Türen passt, ist aber eine Überraschung.
Untertänig,
Niemeyer