Immer diese Radfahrer

Amsterdam könnte eine schöne Stadt sein. Man müsste nur die ganzen Autos beseitigen, die die idyllische Kulisse so sehr beeinträchtigen. Und die Fahrräder natürlich. Erstaunlich, dass die EU dagegen noch nichts unternommen hat, von wegen Anpassung der Lebensverhältnisse und Beseitigung unnötiger Risiken für die Volksgesundheit. Schließlich besteht dringender Handlungsbedarf zur Stärkung der Rechte der Fußgänger.

Über die Fietser, wie harmlos das klingt, muss man wissen: Sie sind überall, sie sind schnell und sie kennen keine Gnade. Dereinst hat Ulrich Wickert in Paris gezeigt, dass die vielbefahrene Champs-Élysées trotz chaotischer Verkehrslage selbst dann unbeschadet zu Fuß überquert werden kann, wenn man die anderen Verkehrsteilnehmer komplett ignoriert.

Ein solches Unterfangen wäre hier in Amsterdam zum Scheitern verurteilt, da bin ich mir sicher. Wer sich in der niederländischen Hauptstadt auch nur einen unbedachten in Schritt im öffentlichen Straßenraum erlaubt, kann sicher sein, dafür an Ort und Stelle die Quittung zu bekommen. Wer es Wickert in Amsterdam gleichtun will, muss damit rechnen, dass schon beim ersten Schritt vom Bürgersteig in Richtung der gegenüberliegenden Straßenseite aus dem Nichts eine Kolonne von Radfahrern auftaucht und in einer Geschwindigkeit herannahen wird, die so manchem niederländischen Wohnwagengespann auf deutschen Autobahnen zu wünschen wäre. Die Testperson würde gleich mit dem ersten der Radfahrer kollidieren und noch im Fall von einem der Verfolger erwischt.

Am Boden liegend wird das Opfer auf die Worte

Bent verwond u, kan ik u helpen?

vergeblich warten. Stattdessen: Verärgertes – der Niederländer sagt: – Bellen der Fahrradklingeln. Bis der arme Mensch sich selber retten kann, werden ihm bei fehlschlagenden Ausweichmanövern noch ein paar Körperteile abgetrennt. So ist das in Amsterdam.

Das musste raus. Und jetzt miete ich mir ein Fahrrad.

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